Aus Ton gefertigte Hörner gehörten im Mittelalter zur Standardausrüstung der Pilger (daher der Name „Pilgerhörner“). Diese Instrumente, auf denen bis zu fünf Töne gespielt werden konnten, wurden von den Pilgern geblasen, wenn sie nach monatelangen Strapazen am Wallfahrtsort angekommen waren und die Reliquien gezeigt bekamen, deretwegen sie sich auf den Weg gemacht hatten. Es muss ein Höllenspektakel gewesen sein, wenn tausende Pilger so ihrer Begeisterung Luft machten. In einer Aachener Chronik aus dem Jahre 1510 heißt es: „Wenn man die Heiligtümer zeigt und entfaltet, fängt das Volk an, auf den Hörnern zu blasen, so dass man den lieben Gott nicht hätte donnern hören, und es ist niemand da, dem nicht die Haare zu Berge stehen und die Tränen in die Augen treten.“
Tönernes Pilgerhorn als Karnevalsorden
Seltenes Motiv für Orden der GERMANIA und der DJK
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